Eric Hinzpeter, Schwarz-Weiß-Porträt

EricHinzpeter.

Am Tag bin ich Content Strategist. Am Abend baue ich weiter mit KI - meine eigenen Tools, Apps und Web-Projekte.

Arbeit

Content-Strategie mit Überschall-Antrieb

Ohne KI brauchte ich ein Team, heute steuere ich KI Agenten

Hauptjob: Content-Strategie. Positionierung, Kampagnen, Creatives, Redaktion, SEO, GEO. Viel davon macht inzwischen die KI, zumindest den ersten Entwurf, und der ist oft besser als meiner (was ich nur ungern zugebe). Was am Ende rausgeht und was wir damit anrichten, verantworte trotzdem ich. Claude kann am Ende für nichts grade stehen.

Auf LinkedIn wird täglich Unglaubliches mit KI vollbracht, meistens in Form von bunten Bildchen und Slop-Videos mit 400 Likes drunter. Wenn du nachfragst, welches Problem das einem Unternehmen gelöst hat, wird es erstaunlich ruhig.

Meine Arbeit fängt bei den Problemen an, und die kenne ich noch von früher, weil ich sie jahrelang manuell lösen musste. Blogbeiträge recherchieren, briefen, draften, schreiben und so lange optimieren, bis sie fürs Web ready waren. KPIs auswerten und daraus Pläne bauen, die nächste Woche schon wieder anders aussehen. Grafiken und PDFs, die durch gefühlt tausend Teams mussten, bis endlich ein durchdesignter Entwurf stand. Motion Design, das heute mit Claude Code in einem Nachmittag geht. Und Untertitel in Videos setzen, das war übelster Pain (if you know you know). Dafür baue ich Lösungen, für mich und für meinen Job bei Instaffo.

Fast alles davon läuft inzwischen in Claude Code, weil Strategie, Ideen, Produktion und Automatisierung dort in einem Fenster liegen. Meine Privatinstanz von n8n kümmert sich um das, was im Hintergrund läuft und keine KI braucht. Ja, das gibt es noch, auch wenn jeder auf KI abfährt. Nicht jede Automation braucht ein LLM.

Meine Regel ist dabei: Wenn ich etwas zum dritten Mal von Hand mache, nervt es mich, und dann stecke ich lieber eine Stunde in den Workflow als zehn in dieselbe Wiederholung.

Stack · Claude Opus 5 · Claude Fable 5 · Claude Code · Claude Sonnet 5 · Gemini Pro · Next.js · Webflow · WordPress · Cloudflare Pages · GitHub · n8n

Mein Weg zur KI

Von Siedler 3 über GPT-2 bis Claude Code, mit ein paar Umwegen.

GPT-3.5 habe ich ein paar Tage lang für Betrug gehalten.

Früher habe ich alles selbst gemacht. Texte geschrieben, Bilder gesucht, Kampagnen geplant, Reporting in Excel zusammengeklickt. Das hat funktioniert, hat aber auch ewig gedauert (und war ehrlich gesagt nicht immer gut).

Das Muster dahinter ist älter. Angefangen hat es mit Siedler 3, stundenlang am Familien-PC, wo ich Siedlungen gebaut habe, die sich selbst versorgen: Holz rein, Bretter raus, Bergbau, Nahrung, Armee. Zu Ende gespielt habe ich fast nie eine Partie, weil Optimieren spannender war als Gewinnen. Der beste Moment war der, in dem jeder Siedler beschäftigt war und der Laden ohne mich lief. Genau dieses Gefühl hole ich mir heute aus einer Automatisierung, nur dass die Siedler jetzt Agenten heißen.

Die GPT-2-Beta war das erste Signal. Angemeldet, nie freigeschaltet, trotzdem jede Demo angeschaut. copy.ai war dann das erste Tool, bei dem klar war, dass eine Maschine demnächst einen Großteil des Schreibens übernimmt, egal, was ich davon halte.

GPT-3.5 habe ich meiner Firma ein paar Tage lang verschwiegen, weil ich es für Betrug hielt. So gut und gleichzeitig kostenlos ist nichts. War kein Betrug, und seitdem sieht die Content-Marketing-Branche anders aus, der Rest der Arbeitswelt vermutlich auch.

Danach kam die Phase, in der jede Woche ein neues Modell rauskam und jedes davon angeblich alles verändert. Ich habe trotzdem jedes ausprobiert (irgendwer muss es ja machen). Das meiste flog nach zwei Wochen wieder raus, weil es ein Wrapper mit Landingpage war, und manches bleibt so lange, bis ich es hier aufschreibe.

Irgendwann nimmt die KI uns vermutlich allen die Arbeit weg. Bis dahin bin ich lieber mit Claude befreundet als dagegen (wir haben eine sehr einseitige Beziehung, ich rede, Claude arbeitet). Und wenn du dich jetzt nicht damit beschäftigst, bist du in zwei Jahren weg vom Fenster. Klingt hart, ist aber meine Prognose, nicht meine Meinung.

  1. 1998

    Siedler 3

    Siedlungen, die sich selbst am Laufen halten. Fast nie eine Partie zu Ende gespielt, immer weiter optimiert.

  2. 2019

    GPT-2-Beta

    Angemeldet, nie freigeschaltet, trotzdem eng verfolgt.

  3. 2020

    copy.ai

    Das erste Tool, bei dem klar wurde: KI übernimmt einen Großteil des Schreibens.

  4. 2022

    GPT-3.5

    Ein paar Tage lang nicht in der Firma gezeigt, weil es ein Betrug sein musste.

  5. ab 2023

    Jede Woche ein neues Modell

    GPT, Claude, Deepseek, Kimi, Gemini. Jedes Modell mal ausprobiert!

  6. 2025

    Claude Code

    Strategie, Ideen, Produktion und Automatisierung an einem Ort. Seitdem fast nur noch das.

Feierabend?

Kleine Tools, eine Japanisch-App und eine Kamera.

Es kommt darauf an, wie gut du deine Idee formulieren kannst.

Das Arbeiten und Entdecken mit KI macht so viel Bock, dass ich auch nach Feierabend weitermache. Diese Seite zum Beispiel - das Backend und die Infrastruktur ist mit Hilfe von KI entstanden (ich schreib aber trotzdem selbst die Texte, hi there btw).

Ich baue auch Tools für mich selbst: Bildkonverter, UTM-Builder, KI-Detektor, HTML-Vorschau. Gibt es alles schon, klar, nur nicht so, wie ich sie haben will, und meistens mit drei Werbebannern und einem Cookie-Hinweis obendrauf. Also baue ich meine eigene Version und stelle sie kostenlos hier rein (ohne Werbebanner, ohne Datensammeln, versprochen).

Dazu eine Japanisch-App. Ich lerne seit 2024, und irgendwann war es schneller, das fehlende Werkzeug selbst zu bauen, als weiter danach zu suchen. Ob das eine gesunde Reaktion auf ein fehlendes Vokabel-Feature ist, lasse ich offen.

Vor allem baue ich das Zeug, weil es Bock macht, eine Idee morgens zu formulieren und abends laufen zu sehen. Das ist die eigentliche Verschiebung: Es kommt jetzt viel weniger darauf an, ob du programmieren kannst, und viel mehr darauf, wie gut du deine Idee formulieren kannst. Wer dazu noch echtes Fachwissen mitbringt, ist unglaublich gefährlich. Für alle, die KI nicht einsetzen, meine ich.

Fotografie ist der Offline-Teil, vor allem Porträt, Reise und Street. Das holt meinen Kopf für ein paar Stunden aus dem Browser an Orte, an denen ein Laptop nur stört.

  • Ein Torii vor dem Fuji, Japan

    Japan2023

  • Eine Person im Lichtkeil zwischen zwei Betonwänden, Seoul

    Südkorea2024

  • Die Brücke von Tromsø im Winter, Norwegen

    Norwegen2025

  • Zwei Silhouetten am Meer, Japan

    Japan2023

  • Ein Mann mit Hund in einer bemalten Unterführung, Seoul

    Südkorea2024

  • Schneetreiben auf einer Straße in Tromsø, Norwegen

    Norwegen2025