Lesbarkeits-Checker
Lesbarkeit prüfen mit der richtigen Formel: Amstad für Deutsch, Flesch Reading Ease für Englisch. Wert, Kennzahlen und deine längsten Sätze, direkt im Browser.
Wert (0–100)
65
Liest sich wie
Normal — Alltagstext
Wörter
44
Sätze
4
Wörter / Satz
11.0
Silben / Wort
1.77
Längste Sätze
- 19 W.Lange, verschachtelte Konstruktionen, die sich durch Nebensätze winden, bevor sie irgendwann bei ihrem Punkt ankommen, verlieren die Leute unterwegs.
- 11 W.Lesbarkeit heißt nicht, dass du Dinge simpler machst, als sie sind.
- 9 W.Sie heißt, dass du die Zeit deiner Leser respektierst.
- 5 W.Kurze Sätze tragen mehr Gewicht.
Ein Lesbarkeitswert sagt dir, wie leicht sich ein Text liest, nicht ob er gut ist. Der Lesbarkeits-Checker misst genau das: Text einfügen, Sprache wird automatisch erkannt, und du bekommst einen Wert von 0 bis 100 plus die Sätze, die diesen Wert nach unten ziehen.
Der Unterschied zu den meisten kostenlosen Tools: Für deutschen Text rechnet er mit der Amstad-Formel, nicht mit der englischen Flesch-Formel. Klingt nach Detail, macht aber bis zu 27 Punkte Unterschied auf demselben Text mit denselben gemessenen Werten, wie der Abschnitt weiter unten zeigt.
So funktioniert es
Beide Formeln rechnen mit genau zwei Zahlen: der durchschnittlichen Satzlänge (ASL) und der durchschnittlichen Silbenzahl pro Wort (ASW). Mehr braucht keine der beiden. Für Deutsch gilt die Amstad-Formel:
180 − ASL − 58,5 × ASW
Für Englisch die englische Original-Formel:
206,835 − 1,015 × ASL − 84,6 × ASW
Der Unterschied steckt im Silben-Faktor: 58,5 gegen 84,6. Englische Wörter haben im Schnitt weniger Silben als deutsche, deshalb straft die englische Formel jede zusätzliche Silbe deutlich härter ab. Rechnet man deutschen Text versehentlich mit ihr, sackt der Wert nach unten, obwohl der Text nicht schwerer geworden ist. Genau das machen die meisten kostenlosen Checker, weil sie nur eine Formel kennen.
Welche Formel läuft, entscheidet der Text selbst. Der Checker zählt, wie viele Wörter zu einer deutschen Stopwortliste passen (der, die, das, und, ist) und wie viele zu einer englischen (the, and, is, of, to). Umlaute und ß zählen doppelt für Deutsch, weil sie im Englischen kaum vorkommen. Wer die Liste gewinnt, bestimmt die Formel, angezeigt oben rechts im Feld als „Erkannt: DE“ oder „EN“. Wechselst du die Sprache mitten im Text, ändert sich die Anzeige sofort mit.
Silben zählt der Checker über Vokalgruppen, nicht über ein Wörterbuch. Für Deutsch reicht das: Ein Diphthong wie ei, au oder ie ist ein einziger zusammenhängender Vokal-Lauf und wird automatisch als eine Silbe erkannt, Umlaute zählen dabei als eigene Vokale. Für Englisch kommen zwei zusätzliche Regeln dazu, die im Deutschen keinen Sinn ergäben: Wörter mit drei Buchstaben oder weniger zählen immer als eine Silbe, und ein stummes e am Wortende (care, hope) wird vor dem Zählen entfernt. Ohne diese Regel würde jedes solche Wort eine Silbe zu viel bekommen.
Das ist eine Heuristik, kein Duden-Nachschlag, und bei einzelnen Komposita oder Lehnwörtern verzählt sie sich gelegentlich. Für einen Lesbarkeitswert reicht die Genauigkeit trotzdem.
Unter dem Wert stehen vier Kennzahlen: Wörter, Sätze, Wörter pro Satz und Silben pro Wort, und darunter eine Liste deiner fünf längsten Sätze, sortiert nach Wortzahl. Alles läuft im Browser. Dein Text geht nirgendwo hin, es gibt keinen Server, der ihn sieht.
Wann du es brauchst
Vor der Veröffentlichung eines Blogentwurfs, wenn du eine Zahl statt eines Bauchgefühls willst. Mein eigener Richtwert für deutschen Web-Content liegt bei 60 und mehr, unter 50 fange ich an, Sätze zu teilen, ohne lange zu diskutieren.
Beim Vergleich von zwei Fassungen desselben Absatzes nach einer Überarbeitung, um zu sehen, ob die Kürzungen wirklich etwas gebracht haben und nicht nur kürzer aussehen.
Wenn ein Feedback wie „das liest sich wie ein Gesetzestext“ konkret werden soll. Der Wert macht daraus eine Zahl, die sich nachprüfen lässt.
Und bei fremden Texten, etwa wenn eine Agentur einen Entwurf liefert und du in wenigen Sekunden wissen willst, ob die Sätze außer Kontrolle geraten sind. Für Formulierungen, die zusätzlich nach KI klingen, gibt es den KI-Floskeln-Checker daneben.
Warum die englische Formel deutschen Text schlechter aussehen lässt, als er ist
Ein Testabsatz mit 17 Wörtern pro Satz und durchschnittlich 2,06 Silben pro Wort ergibt mit der Amstad-Formel einen Wert von 42,6. Schwer, aber angemessen für einen Absatz über Sprachwissenschaft. Dieselben gemessenen Werte durch die englische Formel gerechnet, ergeben 15,4, ein Wert, der eigentlich für wissenschaftliche Fachtexte reserviert ist. Gleicher Text, gleiche Zahlen, 27 Punkte und eine ganze Schwierigkeitsstufe Unterschied, nur weil eine andere Formel gerechnet hat. Die vollständige Rechnung steht im Beitrag zum Bau dieses Tools.
Der Unterschied liegt an der deutschen Sprache selbst, nicht an einem Rechenfehler. Deutsche Wörter tragen im Schnitt mehr Silben als englische, und zusammengesetzte Wörter wie „Lesbarkeitsindex“ addieren gleich mehrere auf einmal. Toni Amstad passte die Formel deshalb 1978 für Deutsch an, mit einem deutlich milderen Silben-Faktor (mehr zum Lesbarkeitsindex). Die englische Original-Formel blieb dabei unverändert, sie war nie für eine andere Sprache gedacht. Wer sie trotzdem auf Deutsch anwendet, wie es viele kostenlose Tools tun, bewertet jeden längeren Fachbegriff härter, als er es verdient.
Richtwerte: Was der Wert bedeutet
| Wert | Einschätzung | |---|---| | 90–100 | Sehr leicht, Grundschulniveau | | 80–89 | Leicht | | 70–79 | Eher leicht | | 60–69 | Normal, Alltagstext | | 50–59 | Eher schwer | | 30–49 | Schwer, Fachtext | | unter 30 | Sehr schwer, Wissenschaft |
Für Web-Content und die meisten B2B-Texte ist 60 bis 70 der Bereich, den man anpeilen sollte. Hoch genug für flüssiges Lesen, ohne den Text zu infantilisieren. Für juristische oder stark fachliche Texte ist ein niedrigerer Wert normal und kein Zeichen für schlechtes Schreiben.
Wichtig dabei: Der Wert misst nur die Mechanik der Sätze, nicht ob die Fachsprache nötig ist. Ein Text über Steuerrecht mit vielen langen Komposita landet realistisch bei 40 bis 50, selbst wenn er präzise geschrieben ist. Ein Ratgebertext für Endkunden zum selben Thema sollte dagegen deutlich höher liegen, weil dort niemand Fachvokabular erwartet.
Was der Checker nicht kann
Ob ein Text gut ist, sagt der Wert nicht. Ein Absatz voller Füllwörter und nichtssagender Sätze kann auf 90 landen, während eine präzise technische Erklärung bei 45 hängen bleibt, einfach weil die Fachbegriffe lang sind. Gemessen werden zwei Dinge: Satzlänge und Silbenzahl. Grammatik, Wiederholungen oder ob eine Aussage überhaupt stimmt, sieht der Checker nicht, und das ist auch nicht sein Job.
Die Silbenzählung ist eine Heuristik, kein Wörterbuch, deshalb verzählt sie sich gelegentlich bei Komposita oder Fremdwörtern. An der Einschätzung eines ganzen Absatzes ändert das kaum etwas, bei einem einzelnen langen Wort schon eher.
Der Checker ist ein Rauchmelder, kein Richter. Er zeigt, wo ein Satz zu lang geworden ist. Ob der Satz trotzdem so bleiben soll, entscheidest du. Für den Rest der Textprüfung, also KI-Floskeln, Stil und die eigentliche Aussage, brauchst du andere Werkzeuge, etwa den Humanizer-Check für Sprachmuster. Der Lesbarkeits-Checker ist eines von zwölf offenen Tools, die alle ohne Anmeldung und ohne Server im Browser laufen.
FAQ
- Warum Amstad und nicht Flesch für deutschen Text?
- Weil die englische Formel jede zusätzliche Silbe härter abstraft: Silben-Faktor 84,6 gegen 58,5 bei Amstad. Deutsche Wörter tragen im Schnitt mehr Silben, und ein Kompositum wie „Lesbarkeitsindex“ addiert gleich mehrere auf einmal. Toni Amstad hat die Formel 1978 dafür angepasst. Rechnet man deutschen Text mit der englischen Fassung, sackt der Wert, obwohl der Text nicht schwerer geworden ist.
- Wie groß ist der Unterschied wirklich?
- Bis zu 27 Punkte. Ein Testabsatz mit 17 Wörtern pro Satz und 2,06 Silben pro Wort ergibt nach Amstad 42,6, also schwer, aber angemessen. Dieselben gemessenen Zahlen durch die englische Formel gerechnet ergeben 15,4, ein Wert, der sonst wissenschaftlichen Fachtexten vorbehalten ist. Gleicher Text, eine ganze Schwierigkeitsstufe Unterschied.
- Welchen Wert sollte mein Text erreichen?
- Für Web-Content und die meisten B2B-Texte 60 bis 70. Hoch genug zum flüssigen Lesen, ohne den Text zu infantilisieren. Bei juristischen oder stark fachlichen Texten sind 40 bis 50 normal und kein Zeichen für schlechtes Schreiben, weil der Wert nur die Mechanik der Sätze misst, nicht ob die Fachsprache nötig ist.
- Muss ich die Sprache einstellen?
- Nein. Der Checker zählt, wie viele Wörter zu einer deutschen Stopwortliste passen (der, die, das, und, ist) und wie viele zu einer englischen (the, and, is, of, to), wobei Umlaute und ß doppelt für Deutsch zählen. Welche Liste gewinnt, bestimmt die Formel, und oben rechts im Feld steht „Erkannt: DE“ oder „EN“. Wechselst du mitten im Text die Sprache, ändert sich die Anzeige sofort mit.
- Sagt ein hoher Wert, dass der Text gut ist?
- Nein. Ein Absatz voller Füllwörter kann auf 90 landen, während eine präzise technische Erklärung bei 45 hängen bleibt, einfach weil die Fachbegriffe lang sind. Gemessen werden Satzlänge und Silbenzahl, sonst nichts. Grammatik, Wiederholungen und ob eine Aussage stimmt, sieht der Checker nicht.