Die 10 besten Prompts für Claude Cowork

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7 Min. Lesezeit

Letzte Aktualisierung: 29. März 2026

TL;DR

  • Claude Cowork liest Dateien aus dem lokalen Workspace, Brand Guides und Vorlagen sind ohne Copy-Paste im Kontext
  • Prompts mit expliziten Verboten („nichts erfinden“, „keine Belege erfinden“) liefern zuverlässigere Ergebnisse als offene Formulierungen
  • Die cowork-spezifischen Prompts funktionieren nur, wenn der Workspace vorher mit kompakten Kontext-Dateien eingerichtet ist
  • Wortlimits und Varianten-Anforderungen zwingen Claude zur Priorisierung statt zu einer Textflut
  • Gute Prompts ersetzen kein Nachdenken, sie setzen voraus, dass man schon weiß, was man will

Claude Cowork hat einen Kernvorteil gegenüber Claude im Browser: Der Workspace liegt lokal. Claude liest direkt Dateien, schreibt in Ordner und kennt Brand Guides oder Vorlagen, die dort abgelegt sind. Im Gegensatz zu Browser-Claude, wo man bei jeder Session von vorne erklärt, wer man ist, bleibt dieser Kontext in Cowork erhalten.

Die folgenden zehn Prompts sind für Freelancer und Solo-Selbstständige gebaut, die Cowork produktiv einsetzen wollen. Die cowork-spezifischen Prompts setzen voraus, dass Brand Guide, Vorlagen oder ähnliche Dateien im verknüpften Ordner liegen.

Schreiben & Überarbeiten

1. Textentwurf nach Brand Voice

Schreibe einen LinkedIn-Post über [Thema]. Lies vorher meinen Brand Guide aus dem Workspace-Ordner. Halte dich an Tonalität, Phrasen-Verbote und Länge, die dort definiert sind. Keine Emojis, keine Aufzählungszeichen, kein Marketing-Hype. Schreibe in der Ich-Perspektive.

Dieser Prompt nutzt den Workspace direkt. Claude liest den Brand Guide, bevor er schreibt. Kein Copy-Paste in den Kontext nötig. Wer mehrere Formate braucht (LinkedIn, Newsletter, Blog), kann denselben Prompt mit geändertem Zielformat durchlaufen lassen, da der Kontext über Sessions hinweg erhalten bleibt.

2. Bestehenden Text überarbeiten

Hier ist ein Text von mir: [Text einfügen]

Überarbeite ihn nach diesen Kriterien:
- Kurze Sätze für Betonung, dann längere. Rhythmus variieren.
- Keine abgedroschenen Phrasen (kein "Lass uns...", "Werfen wir einen Blick", "Am Ende des Tages")
- Keine Marketing-Floskeln ("bahnbrechend", "Game Changer", "nahtlos")
- Aktive Konstruktionen bevorzugen
- Nichts erfinden oder ergänzen — nur überarbeiten, was schon da ist

Gib mir die überarbeitete Version und markiere die drei größten Änderungen.

Dieser Prompt schützt vor einer häufigen KI-Falle: Claude fügt gerne neue Inhalte ein, wenn er „verbessern“ soll. Die Vorgabe „nichts erfinden“ verhindert genau das. Die Anforderung, die drei wichtigsten Änderungen zu nennen, zwingt Claude zu einer Entscheidung statt alles auf einmal zu liefern.

3. Rohtext zu publizierbarem Content aufbereiten

Ich habe diese Rohnotizen aus einem Kundengespräch / einer Session / meinen Gedanken: [Notizen]

Baue daraus einen [Blog-Post / Newsletter-Abschnitt / LinkedIn-Post].
Behalte alle konkreten Details und Beispiele aus den Notizen — das ist das Wertvollste.
Füge nichts hinzu, was nicht in den Notizen steht.
Ton: direkt, informell, keine leere Struktur.

Dieser Prompt macht aus unstrukturierten Gedanken publizierbaren Content, ohne die konkreten Details und Beispiele zu verlieren. Claude übersetzt hier, er bringt die Notizen in Form, erfindet aber nichts dazu. Mehr dazu, warum das bei authentischen KI-Inhalten entscheidend ist.

Recherche & Strukturierung

4. Thema strukturieren vor dem Schreiben

Ich will über [Thema] schreiben. Zielgruppe: [Beschreibung].

Gib mir drei mögliche Gliederungsoptionen:
- Option A: Einsteiger-Perspektive (Warum ist das relevant?)
- Option B: Praktiker-Perspektive (Wie funktioniert es konkret?)
- Option C: Kritische Perspektive (Was funktioniert nicht wie versprochen?)

Für jede Option: 4–5 H2-Abschnitte mit je einem Satz, der beschreibt, was der Leser dort lernt. Keine ausformulierten Texte, nur Struktur.

Vor dem Schreiben lohnt sich die Entscheidung über den Blickwinkel. Dieser Prompt liefert drei echte Alternativen, keine oberflächliche Aufzählung von Aspekten. Die Einschränkung „nur Struktur, kein Text“ verhindert, dass Claude direkt in den Schreibmodus wechselt, bevor die Richtung steht.

5. Gegenargumente zu einer These sammeln

Ich schreibe über [Thema]. Was sind die stärksten Gegenargumente zu der These, dass [meine These]?

Gib mir:
- 3–4 konkrete Gegenargumente mit Begründung
- Zu jedem Argument: eine Frage, die ein skeptischer Leser stellen würde
- Am Ende: das stärkste Gegenargument in einem Satz

Keine Belege erfinden. Wenn du keine konkreten Quellen kennst, sag das direkt.

Wer nur nach Belegen für die eigene These sucht, schreibt einen schwachen Text. Dieser Prompt dreht die Richtung um, damit man die eigene Argumentation gegen die härtesten Einwände testen kann. Der Hinweis „keine Belege erfinden“ ist notwendig: Claude halluziniert Quellen, wenn man ihn nicht explizit abbremst. Was dahinter steckt, steht in den Grundlagen des Prompt Engineerings.

Business-Kommunikation & E-Mails

6. Professionelle Antwort-E-Mail schreiben

Ich antworte auf diese Anfrage: [E-Mail / Nachricht einfügen]

Schreibe eine Antwort, die:
- Direkt auf die konkrete Frage eingeht (kein Smalltalk-Einstieg)
- Meinen nächsten Schritt klar nennt
- Maximal 150 Wörter hat
- Professionell klingt, aber nicht förmlich

Mein Hintergrund zur Anfrage: [optionaler Kontext, z.B. Preisvorstellung, Verfügbarkeit]

KI-generierte E-Mails sind meistens zu lang und beginnen mit einem Satz, den kein Mensch so schreiben würde. Das Wortlimit zwingt Claude, zu priorisieren. Wer Cowork nutzt, kann zusätzlich eine E-Mail-Vorlage im Workspace ablegen und den Prompt auf diese Vorlage verweisen lassen.

7. Schwierige Nachricht in drei Varianten formulieren

Ich muss folgende Nachricht senden: [Kontext, z.B. Preiserhöhung ankündigen / Projekt ablehnen / Deadline verschieben]

Schreibe mir drei Varianten:
- Variante A: direkt und kurz (unter 80 Wörter)
- Variante B: mit etwas mehr Kontext und Begründung
- Variante C: mit einem konkreten Alternativvorschlag

Keine defensiven Formulierungen, keine Entschuldigungen für normale Geschäftsentscheidungen.

Die drei Varianten zeigen das Spektrum: manchmal reicht knapp, manchmal braucht es Kontext, manchmal ist ein Alternativvorschlag das Richtige. Welche Variante passt, hängt vom Empfänger und der Situation ab.

Workflow & Planung

8. Wochenziele in konkrete Tasks aufbrechen

Meine Ziele für diese Woche: [Liste]

Breche jedes Ziel in konkrete, ausführbare Einzelschritte auf.
Jeder Schritt soll:
- Mit einem Verb beginnen
- In unter 30 Minuten erledigt werden können
- Klar sein, ohne weiteren Kontext zu brauchen

Markiere Schritte, die andere blockieren (Dependencies). Schätze die Gesamtzeit pro Ziel.

„Newsletter schreiben“ ist kein ausführbarer Task, „Gliederung für Newsletter-Ausgabe April anlegen“ schon. Die Dependency-Markierung hilft beim Planen der Reihenfolge, besonders wenn mehrere Projekte parallel laufen. Wer Claude Cowork für Planung nutzt, kann das Ergebnis direkt in die Todo-Liste der App übernehmen.

9. Content-Kalender für einen Monat erstellen

Ich brauche einen Content-Kalender für [Monat].

Rahmenbedingungen:
- Plattformen: [z.B. LinkedIn, Newsletter]
- Frequenz: [z.B. 2x LinkedIn pro Woche, 1x Newsletter]
- Themen-Cluster: [z.B. KI-Tools, Freelance-Workflow, Kundenprojekte]
- Bereits geplante Inhalte: [falls vorhanden]

Gib mir eine Übersicht mit Datum, Plattform, Thema und einem Satz zum Kerninhalt jedes Beitrags. Keine ausformulierten Texte, nur der Kalender.

Content-Planung mit Claude funktioniert am besten mit klaren Rahmenbedingungen. Ohne Frequenz- und Plattformvorgaben bekommt man einen theoretisch vollständigen, praktisch unbrauchbaren Kalender. Wer das Prompting-Fundament kennt, merkt schnell, warum die Einschränkungen hier das Entscheidende sind. Den fertigen Kalender kann man im Cowork-Workspace speichern und in folgenden Sessions direkt darauf aufbauen.

Cowork-spezifisch: Workspace und persistenter Kontext

10. Workspace für ein Projekt einrichten

Ich richte meinen Cowork-Workspace für [Projekt / Kundenname] ein.

Erstelle mir folgende Dateien im Workspace-Ordner:
1. brand-guide.md — mit diesen Angaben: [Tonalität, Zielgruppe, Phrasen-Verbote, Stil-Beispiele]
2. projekt-kontext.md — mit diesen Angaben: [Projektziel, bisheriger Stand, offene Fragen]
3. vorlagen-uebersicht.md — Liste der verfügbaren Vorlagen mit je einem Satz zur Verwendung

Halte die Dateien kompakt. Jede Datei soll als Kontext-Referenz funktionieren, nicht als Dokumentation.

Wer Claude Cowork zum ersten Mal einrichtet, unterschätzt oft, wie viel vom Nutzen des Tools am Workspace-Setup hängt. Der Mehrwert von Cowork gegenüber Browser-Claude entsteht erst mit gut strukturierten Kontext-Dateien. Dieser Prompt baut die Grundlage: drei kompakte Dateien, die Claude in jeder folgenden Session lesen kann, ohne dass man den Kontext erneut eintippt.

Prompts sind keine Abkürzung fürs Nachdenken

Ein Missverständnis hält sich hartnäckig: Gute Prompts ersetzen das Nachdenken darüber, was man eigentlich will. Das stimmt nicht. Ein guter Prompt setzt voraus, dass diese Entscheidung schon getroffen ist. Was er abnimmt, ist das Formulieren, das Strukturieren, das Durcharbeiten von Varianten.

Die Prompts hier sind Ausgangspunkte. Jeder davon funktioniert besser, wenn man die Platzhalter mit echtem Kontext füllt und das Ergebnis einmal kritisch durchliest, bevor man es kopiert. Claude Cowork gibt mehr Spielraum für diesen Prozess als Browser-Claude, weil der Kontext zwischen Sessions bleibt.

Wer tiefer in den Einsatz von Claude einsteigen will, findet im Cowork-Erfahrungsbericht eine ausführlichere Einordnung, den Vergleich der verschiedenen Modelle im Artikel zu ChatGPT vs. Claude. Wer den Unterschied zwischen KI-Assistent und Agent verstehen will, findet die Antwort im Beitrag zu AI Assistant und AI Agent.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Claude im Browser und Claude Cowork?

Claude Cowork hat Zugriff auf einen lokalen Ordner auf deinem Computer. Claude kann Dateien dort lesen und erstellen, ohne dass du Kontext per Copy-Paste einfügen musst. Im Browser beginnt jede Session ohne Erinnerung an vorherige Gespräche.

Muss ich die Prompts genau so verwenden oder kann ich sie anpassen?

Die Prompts hier sind Ausgangspunkte. Je konkreter du die Platzhalter mit echtem Kontext füllst, desto besser das Ergebnis. Die Einschränkungen (Wortlimits, Verbote, Varianten-Anforderungen) solltest du aber beibehalten, die machen den Unterschied.

Welche Dateien brauche ich im Workspace für diese Prompts?

Für die cowork-spezifischen Prompts mindestens einen Brand Guide mit Tonalitäts- und Phrasen-Vorgaben. Prompt 10 zeigt, wie man den Workspace für ein Projekt von Grund auf einrichtet. Für Prompts 1-9 reicht auch der Browser-Claude, der Vorteil von Cowork ist dort die Persistenz.

Warum halluziniert Claude Quellen, wenn man ihn nicht abbremst?

Claude füllt Lücken mit plausibel klingenden Informationen, wenn er keine kennt. Bei Quellenangaben bedeutet das: erfundene Studien, falsche URLs, nicht existierende Autoren. Ein expliziter Hinweis wie ‚Wenn du keine konkreten Quellen kennst, sag das direkt‘ reduziert das.

Funktionieren diese Prompts auch mit anderen KI-Modellen?

Die meisten Prompts funktionieren auch mit ChatGPT oder anderen Modellen. Die Prompts 1 und 10 setzen Cowork-Features voraus (Workspace-Dateizugriff). Alle anderen lassen sich direkt im Browser verwenden.


Eric Hinzpeter – Content Marketing Experte und KI-Automatisierungsexperte

Über den Autor: Eric Hinzpeter

Eric Hinzpeter ist Content-Stratege und Experte für Marketing-Automatisierung, der die methodische Content-Strategie mit den technologischen Säulen AI-Enablement, AI-Automation und AI-Toolstack zu skalierbaren Systemen vereint.

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